Einsortiert unter: Allgemein | Tags: abfall, dreckig, mailand, müll, mülleimer, neapel, radioaktiv, stadtreinigung
Der gewöhnliche Hamburger zeigt sich im öffentlichen Leben bisweilen sehr verwöhnt. Damit nicht jeder nur sein Bombobabierle (1:20) fallen lässt, wo er geht und steht, haben Hamburgs Stadtväter Maßnahmen ergriffen: Kreuzung im Bild: sage und schreibe 10 Mülleimer!
Sind Hamburger wirklich solche Dreckspatzen? Die BILD nennt sie sogar Müll-Ferkel, unterstellt ihnen Gewissenlosigkeit und konstatiert, dass besonders in den „feinen“ Gegenden, besonders viele Müllschlampereien wahrgenommen werden. Im Jahr 2005 hat die Stadt von grau auf rot umgerüstet und die Mülleimer mit einer großen Klappe ausgestattet, die die Anti-Bombobabierle-Kampagne unterstüzen soll. Tatsächlich sind viele der Sprüche erstaunlich witzig.

Wer nicht so recht weiß, wo er mit seinem Müll hin soll, findet hier eine Karte aller Recyclinghöfe Hamburg. Man kann dort sogar Hausmüll abgeben, das kostet dann aber 3 Euro pro Sack. Alles andere (Elektro, Sperr, Plastik, Verpackungen etc.) wird unter den zuverlässigen Argusaugen der städtischen Mitarbeiter getrennt und in Container einsortiert. Gut erhaltene Stücke werden zu Stilbruch gebracht, einem Second-Hand Möbelladen, den ich sowieso empfehlen kann.
Ein Problem, dem man als penible, kleinstädtische Mülltrennerin, wie ich es bin, in der Großstadt häufiger begegnet sind die mangelhaften Möglichkeiten, dieses kleine Hobby exzessiv auszuleben. Großartig ist hier auf jeden Fall die Einrichtung der sogenannten Blauen Papiertonne, die man sich gratis bestellen kann und die den Weg zum Altpapiercontainer ersetzt. Aber auch Gelbe Tonnen oder Gelbe Säcken können – sogar online! – bestellt werden. Abholtermine für gelbe Säcke für die einzelnen Staddteile finden sich auf den Seiten der Stadtreinigung.
Dennoch hat die Stadt Hamburg keine weiße Weste: letztes Jahr im Sommer ließen sich Entscheidungsträger dazu hinreißen, gegen Geld Müll aus Neapel nach HH emigrieren zu lassen. Der unerwünschte Neu-Zuwachs wurde dann alsbald als radioaktiv identifiziert. Und ich habe damit eine weitere Parallele zwischen Hamburg und meiner Heimatgegend gefunden. Vielleicht haben die schwäbischen Stadträte damals auch nur ein glühendes Beispiel sein wollen. Ein Trendsetter in Müllfragen und windigen Geschäften. Und haben Hamburg, mit ihrem Plan, giftige Dinge aus Italien zu importieren imponiert. Die verseuchte Erde aus Mailand ist zum Glück dann doch nicht geliefert worden und man kann nur hoffen, dass derart schwachsinnige Pläne weder hier noch dort wieder auf den Planungstischen landen werden.
4 Kommentare bis jetzt
Hinterlasse einen Kommentar

Aber das Schönste sind noch immer die Regenschirme aller Größen und Muster, die bei windigem Wetter wutentbrannt in die Mülleimer gestopft werden. Man kann sich genau vorstellen wie der geplagte und windgebeutelte Fußganger erst den Schirm und dann die Tonne malträtiert….
Kommentar von annaisolde 4. Februar 2009 @ 16:56annaisolde! Sie hier?
Freue mich mit Ihnen auf den Frühling… Stock & Hut statt Regenschirm, sag ich nur!
Kommentar von Qu 5. Februar 2009 @ 23:20Müll gehört in die Presse…
Ist mein Beitrag zum Wochenende.
Trackback von ☠ Ring2 6. Februar 2009 @ 22:05Übrigens habe ich im Abendblatt immer noch keinen Mucks zu dem Nazi-Skandal beim HSV gelesen. Vielleicht ja am Wochenende. Im Journal womöglich? “Gätjen trifft: Campino Milligan”, wäre doch ein famoses …
Das soll uns erstmal eine schwäbische Kleinstadt nachmachen so schmucke grosse 11 Mülleimer per Kreuzung aufzustellen, gell. Das ganze hat natürlich seinen Grund denn irgendwo muss ja die Verpackung der Umsätze der umliegenden Kioske und Supermärkte, die ja bis in die Puppen zum Vorglühen offen haben. Diese Bruttosozialproduktsteigerung flankierende Maßnahme wünscht man sich durchaus auch in so manchen Grünflächen, die leider nicht so vorbildlich ausgestattet sind. Da hilft dann nur Müll mitnehmen und an der nächsten Kreuzung entsorgen oder eben zum H2O Hotel schmeissen..
Kommentar von Kondukteur 25. Mai 2009 @ 00:16