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13.Mai: Filmpremiere von „Die Sau ist tot“
DER Kiez-Film des Jahres feierte heute seine Premiere im Cinemax am Dammtor und ich war dabei. „So wird aus einer Schwachsinnidee ein Publikumsauflauf.“ hörte ich jemanden sagen, der neben mir am roten Teppich stand. Gespannt – schließlich hatten die Püppchen mit den Tiermasken eine gewisse Erwartungshaltung hervorgerufen.
Der Trailer zum Film
Das Warten auf die Stars
Unter Matthew McConnaughey’s schmierigem Lächeln, standen sich die Hupfdolen vom Kiez die hübschen Beine in den Bauch. Auch im Film hatten sie leider nicht viel mehr zu tun, als genau das: Die Tanzbeine schwingen und gut aussehen. Doch, eine mit der ich vorher sogar noch kurz plauderte, entpuppte sich am Ende des Films… na, das wird jetzt natürlich nicht verraten.

Die Episoden
Eigentlich ist „Die Sau ist tot“ überhaupt kein Film. Mehr eine Mini-Serie mit Mini-Episoden. Für’s Web gedreht. (www.sppd.tv)
Hohe Erwartungen an Bild- und vorallem Tonqualität kann man vergessen. Dafür erinnert die Kameraführung charmant an Film-AG-Projekte aus Abiturszeiten und die Schnitte (großes Lob) sind irgendwo zwischen Video-Clip und Tarantino anzusiedeln.

Die Story
Die Story ist selbstredend an den Haaren herbeigezogen: zwei Kiez-Cops des St.Pauli-Police-Departements versuchen, einen brisanten Fall zu lösen. Vor dem Olivia-Jones-Club wird eine tote Wildsau aufgefunden. Vom Täter fehlt jede Spur.
In einer rasanten Fahrt über den Kiez (inklusive diverser echter Kiezgesichter und Etablissements) erleben die Polizisten viel Abstruses, konsultieren ein Medium, erleben ihr kleines Fear’n'loathing in Susi’s Showbar und werden dabei von ihrer bewaffneten Truppe von kariertberockter Gogo-Girls unterstützt.
Teilweise echt witzig. Insgesamt aber von der Geschichte her etwas lasch. Aber die „Inszenierung“ stimmte, da gebe ich nilsn Recht.

Die Premiere
Die Stars des Films rückten im OldSchool-Bus beim Cinemaxx-Kino am Dammtor an. Es rauchte, es kam leise Musik aus einem Ghetto-Blaster-Ei, die Hupfdolen sprangen aus dem Bus und waren redlich bemüht, auf dem roten Teppich für Stimmung zu sorgen. Hut ab, vor der Tanzmausausdauer.
Konterkariert wurden sie dabei von einem unfähigen bild.de-tv-Moderator, der gefühlte 26 Anläufe brauchte, um seinen Satz, dass er sich hier bei der ungewöhnlichsten Filmpremiere aller Zeiten blablabla befinde, fehlerfrei rauszukriegen.


Noch schöner als die Beine in diesem Bild, waren mal wieder die der herrlichen Olivia Jones, die selbstredend nicht fehlen durfte. Wie immer, wenn ich das Vergnügen habe, ihr irgendwo zu begegnen, bin ich wieder fasziniert und hingerissen von ihrer Erscheinung. (Nicht nur ihrer meterlangen Beine wegen!)
Auch der Chef vom Freudenhaus war da, Susi von Susi’s Showbar und noch so ein paar andere Kiez-Größen, die ich leider leider auch alleine überhaupt nicht erkannt hätte. Hatt eigentlich nur noch Inkasso Henry gefehlt – aber wer weiß, vielleicht lungerte auch der irgendwo rum…
Das Publikum
Hohe i-phone-Frequenz und sehr viel wichtige Leute oder solche, die gekuckt haben, als hielten sie sich dafür. Aber auch sehr viele sympathisch-authentische Gesichter mit Geschichte im Ausdruck.
Interessant für viele Passanten, die stehen blieben und vorsorglich Fotos machten. Man könnte ja echte Stars vielleicht vor der Linse haben…. Hatte man nicht wirklich. Dafür waren die „Stars“ des Films aber ganz ordentlich. Fand ich jetzt.

Alles in allem:
Muss man nicht gesehen haben, kann man aber gut.
Denn es ist schön zu beobachten, welche Kanäle sich Kreativität sucht, um in Schwachsinn ihren Ausgang zu finden. Das ist bewunderswert – für das Durchhaltevermögen und die Motivation, die es braucht, um einen solchen Film zu drehen. Und dem gebührt Anerkennung, auch wenn manche sich das ansehen und sicher meinen, soviel habe nicht dazu gehört. Das hat es schon, und das erkennt man auch und das macht Spaß.
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