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Das war am 26.05. Und ich war dabei im Kulturverein in Hamburg. Und doch irgendwie enttäuscht. Denn als ich danach noch mit einem erfahrenen Hamburger Journalisten auf ein Kühlaggregat zusammensaß und wir beide die neuesten Erkenntnisse und zukunftsweisenden Medienprojekte erörterten, war irgendwie nicht viel übrig von der Zukunft.

Die Redner hatten sich getroffen, um innovativ zu sein und das Publikum staunte: Die größte Innovation war also die unbeantwortete Frage zu stellen, ob Magazine in Zukunft ohne Werbung auskommen können, oder wie sie diese doch generieren könnten, auch in Zeiten der Krise. Wow.

Inhaltlich nicht viel Neues: Alternativ bleibt alternativ, independent bleibt independent solange es independent ist und Werbung ist schon irgendwie scheisse, aber man kommt halt nicht dran vorbei.
Der Herr von der Lead-Akademie (Herausgeber der großartigen Liebling) war unterhaltsam – zugegeben. Aber definitiv zu fatalistisch. „Journalisten von heute erwartet die Altersarmut.“, orakelte er zum Beispiel. Und er war sich doch etwas ZU sicher, dass es niemals und never ever funktionieren könnte in Deutschland, dass große Verlage kleine Independent-Mags „unter Vertrag“ nehmen und groß rausbringen.

Nach geraumer Zeit verzog sich die magazinliebhabende Zuschauerschaft etwas gelangweilt auf die hinteren Ränge. In die Lounge, in der Gute Seiten eine Auswahl ihrer Magazine bereit gelegt hatte. Diese waren in der Tat sehr originell und cool, wie ich fand. Eine Übersicht findet sich hier.
Um online ging es nur bedingt. Um die Verknüpfung von online und print noch viel weniger. Das Verlagsestablishment wurde hinterfragt. OK. hm. OK, motzen ist natürlich einfach, meine Ideen sind auch nur begrenzt vorhanden und Ahnung hab ich auch nicht wirklich und auch wenn das Ganze für mich spannend war – von der Idee her und auch die Durch- und Ausführung war gut – so finde ich 15 Euro Eintritt auch überzogen.

Auf der Bühne saßen der Moderator, 3 Jungs und ein Redakteur: Fräulein Dauerer, die von weiblichen Berufsbezeichnungen nicht viel zu halten scheint. Also saßen da genau genommen 5 Jungs auf der Bühne und stritten sich darüber, in welcher Richtung der Spirale es denn abwärts gehen soll und ob zig verschiedene, sich gegenseitig kopierende Schrotthefte ihre Daseinsberechtigung haben, oder ob es gut ist, dass die Krise Magazine frisst.
Interessant in diesem Zusammenhang ist wenigstens, dass neben „Laura“, „Tina“ und „Mariejolie“ auch die aussterbende Art der Männermagazine „Matador“ etc. immer wieder Erwähnung fand.
Schön geklärt wurde für mich die Frage, warum die blöde NEON eigentlich so nen Erfolg hat. Angeblich, weil sie sich mit der Leserschaft auf „Augenhöhe“ befinde. Das ist ja genau das, was ICH an der Neon speziell und an Magazinen generell nicht leiden kann. Dieser kumpelhafte, dämliche, anbiedernde „auf Du und Du“-Ton. Ich suche beim Lesen – auch in Magazinen – eine gewisse Art von Überlegenheit. Nicht zu verwechseln mit Überheblichkeit, wohlgemerkt. Wenn Magazine, wie die NEON klingen, als hätte ich sie auch selbst schreiben können, dann verliere ich das Interesse.

Das Video ist, soweit ich sehen kann, noch nicht online. Vielleicht komme ich ja drin vor, mal sehen.
Was ich an diesem Abend mitgenommen habe, waren einige gute Links, die der äußerst kompetente Sprecher von ganz am Anfang in die Runde warf. Überhaupt hat er in meinen Augen noch den interessantesten Teil der Veranstaltung ausgemacht. Schön gesprochen, schöne Einleitung, gute Fragen zwischendrin, die dann keiner auf dem Podium wirklich beantworten konnte.
Video
Checkdisout #2 New Publishing from Made For Full Screen on Vimeo.
4 Kommentare bis jetzt
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Hallo! Schade, dass dir unser Magazin nicht gefällt. Aber es ist gut zu wissen, dass wir wenigstens nicht überheblich rüberkommen!
liebe Grüße,
dein Christoph / Neon Online
http://tinyurl.com/mmhewy
Kommentar von Christoph / Neon.de 1. Juni 2009 @ 18:30Jetzt ist das Video online:
http://vimeo.com/5061093
Kommentare sind auch dort willkommen.
Kommentar von Miro 11. Juni 2009 @ 13:13Danke für den Hinweis. Hab es mit aufgenommen.
Kommentar von Qu 15. Juni 2009 @ 08:49Entschuldige. Habe Deinen Kommentar eben erst aus dem Spam-Ordner gefischt! Wenn Euch nicht-überheblich lieber ist als anbiedernd…
Kommentar von Qu 13. Juli 2009 @ 21:34