Quiddje


Schlagermove Hamburg
11. Juli 2009, 23:40
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Schlagermove Hamburg

Eskalationsteam

Eskalationsteam

…und ich rate jedem, St.Pauli in größtmöglicher Entfernung zu umgehen. :-)
Hier gibt’s die Schlagermove Bildergalerie dazu. Und hier noch mehr Bilder.

Nicht falsch verstehen. Ich mag Schlager. Ich höre mir immer wieder gerne Schlager an. Wie zum Beispiel das eine mit der neuen Liebe oder das andere mit dem knallroten Gummiboot. Super. Und auch wenn die Schlagerfans beim Move zum größtenteil sehr friedlich-freundlich-sympathische Menschen sind…. mein Ding ist das nicht so.

Fiesta Mexicana?

Hossa! Hossa!

Hossa! Hossa!

Das ist eben wie Karneval in Köln. Programmierte Fröhlichkeit, ein paar Stunden oder Tage ekstatisches Saufen und Heiterkeit, die ihren Aufhänger in irren Kostümen findet. Ausnahmezustand für alle, die sonst nichts zu lachen haben.

Das „Hossa“ klebt als Aufforderung am Basmatizaun, hinter dem „Caipi 0,3″ verkauft wird – Stand sponsored by Wahrsteiner. „Hossa“ auf orange und laminiert? Am Montag im Büro wird dann die Powerpoint Präse zum Ausflug nach Hamburg an die Kollegen geschickt. „Hossa!“ Und die dürfen sich am Anblick trunkener Männer- und Frauengruppen erfreuen, die im Partnerlook und mit „lustig“-TShirts über die Reeperbahn ziehen und von einem totalcrazy Ausflug in die Hafenmetropole zeugen. Hossa!

Kater

Ernüchterung macht sich breit.

Ernüchterung macht sich breit.

Da ist der Kater unvermeidlich.

Das traurigste Kind.

Ohne Alkohol.

Ohne Alkohol.

Durch dieses Bild wird der Zusammenhang zwischen Promillepegel und Fröhlichkeit überdeutlich. Überhaupt tummelten sich auffallend viele Schlagerfans der Generation Ü40 auf dem Move. U18 oder gar Kinder sah man extrem selten. Woran liegt’s? Meine Theorie: 1. Man nimmt seine Kinder nicht mit zu einem rein alkoholgetriebenen Straßenfest, bei dem ihnen auch das Trommelfell platzen könnte. 2. Man geht als Teenager nicht zu einem rein alkoholgetriebenen Straßenfest, bei dem sich Erwachsene im Alter der eigenen Eltern rumtreiben und sich in aller Öffentlichkeit zum Deppen machen.

Nachvollziehbar. (Hossa!)

Wildecker Herzbuben

Herzilein, Du musst net traurig sein!

Herzilein, Du musst net traurig sein!

Apropos zum Deppen machen: Hier zwei prominente Exemplare, die ich nicht auf einem Schlagerwagen vermutet hätte: die Wildecker Hossabuben. Schuld daran war vermutlich auch nur der Wein. Ähm… David Hossalhoff wäre mir wirklich lieber gewesen!

Wildpinkler

Liebe St.Pauli Gäste!

Liebe St.Pauli Gäste!

Igitt. Und schon wieder ist das Bier verantwortlich. Das Schild hing in einem Hauseingang in der Seilerstraße. Und auf den Treppen saß ein junger Mann und schlief. Zur Ehrenrettung der Frauen muss ich erwähnen, dass ich zuerst eine Frau sah, die vom Roten Kreuz eingesammelt wurde und nicht mehr fähig war, eigenständig ihren Kopf zu heben!

Kauf Dir Dein HOSSA!

Kauf Dir Dein HOSSA!

Schlagermove, das heisst eben auch: Kontrollverlust, soweit das Auge reicht. Gut gelaunter Kontrollverlust. Mit irgendwie auch ganz witziger Musik. Für 20 Minuten eben… Danach und nüchtern wird’s schnell langweilig. Bis nervig. Da muss man sich das Spaß-Hossa schon dazu kaufen. Und das ist dann auch die gute Tat für den Tag. Schließlich ist der Schlagermove…

DER Tag für Pfandsammler!

Ein Vermögen liegt auf der Straße.

Ein Vermögen liegt auf der Straße.

Die großen Gewinner des Schlagermoves sind die Pfandsammler, die mit Einkaufswägen und Mülltonnen über den Kiez ziehen und die Flaschen direkt in die Wägen geworfen bekommen. Wirkt fast wie ein Computerspiel. Und bald werden sie noch leichtere Arbeit haben, sobald das Glasflaschenverbot durch ist.

Glashossa.

Glashossa.

Heute hätte es sich auch schon gut gemacht. Der Asphalt schwitzte quasi Erdbeerlimes. Soviele Sektflaschen hab ich auch noch nie gesehen. Dazu Pfläumlis, RedBull-Dosen und Bier, Bier, Bier.

Ich hab nix dagegen. Aber der Move muss sich dem Urteil stellen, ein Fest zu sein, das ohne Alkohol nichts wäre.

Und … was heisstn eigentlich „Hossa“?

_______________________________

Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen


4 Kommentare bis jetzt
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Vielen Dank für diese Schilderung. Auch wenn es wenig Kinder dabei hatte, die Jugendlichen kennen diese Volksbelustigungen und ahmen sie nach. Die Erwachsenen sind dann erstaunt, ja erbost. Solange die denkende Mehrheit diesem Schwachsinn keinen Riegel schiebt, wird munter weiter auf Kosten der Volksgesundheit Geld verdient. Die Mehrheit trägt auch weiterhin die Hauptlast der Kosten und meint, es betreffe sie nicht.

Kommentar von Kontrabass

[...] 13. Juli 2009 · Kommentar schreiben Der Begriff „Wildpinkeln“ bezeichnet die Verrichtung einer Notdurft im öffentlichen  Raum der hierfür nicht  regulär ausgewiesen ist.  Zu bestimmten Jahreszeiten (auch und besonders in der 5.) kann das recht anrüchig werden. Fanmeilen stinken zum Himmel und Karnevalshochburgen versinken in einer gelblich, glänzenden Flut. Doch noch sind die „Urinale der Vogelfreien“  längst nicht im ganzen Land als Ordnungswidrigkeit gebrandmarkt. Als bekanntester, deutschsprachiger Wildpinkler gilt  seit ein paar Jahren Welfenprinz Ernst-August von Hannover. Zur Winterzeit weiß der Kenner: „Don`t eat the yellow snow“. Kunst und Wildpinkelei  sind als selbstverständliche Einheit noch immer eine Rarität. Ein ermutigendes Beispiel fand ich heute an der Bernauer Straße. Weitere Blogposts zum Thema “Wildpinkler”: Satirischer Bloganzeiger – Wildes Pinkeln gegen Wildpinkler Karneval.Blog – Wildpinkler muss 2400 Euro zahlen Quiddje – Schlagermove [...]

Pingback von Die Kunst des Wildpinkels « Berlin-Pendler

Mir war meine subtile Alkoholkritik gar nicht so bewusst, bis zu Deinem Kommentar. Danke auch für das verlinken auf Eurer Seite. Auch wenn das natürlich kein „gewöhnlicher“ Tag auf der Reeperbahn war – nicht dass jetzt dieser Eindruck in der Schweiz entsteht; ein gewöhnlicher Tag auf der Reeperbahn ist nämlich wesentlich trostloser, nicht so farbenfroh und sehr ernüchternd. Paradoxerweise. Ihre ganze Hässlichkeit zeigt die Bahn am Besten an einem frühen, sonnigen Sonntagmorgen. Dann schwitzt der Asphalt nämlich nicht nur fröhlichen Erdbeerlimes, sondern noch ganz andere Dinge.
Alkohol zu trinken ist in meinen Augen trotzdem nicht grundsätzlich nur dumm. Ich gestehe den Menschen ihre Realitätsflucht zu. An Gott glauben z.B.finde ich dümmer – wenn auch gesünder, selbstverständlich.

Kommentar von Qu

…öffentlicher Raum, der hierfür nicht regulär ausgewiesen ist… :-) sehr gut.

Kommentar von Qu




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