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Colarebell
Cola Rebell – die schärfste Cola der Welt!
So heißt es. In coolem Hamburg-Innovativ-Szene-Sprech. In Hamburg ist nämlich seit geraumer Zeit so ne seltsame Art von altkluger Kindergartenspielkindsprache angesagt. In einem kumpelhaften Oberlehrerton werden dem Konsumenten die Vorzüge des Produkts angepriesen – meist unterstützt von niedlichen Comics oder Zeichnungen.
Politisch korrektes ÖkoBioFreiVonZusätzen Konzept
Basis dieser neuen Marken sind immer irgendwelche „Freunde“, die angeblich bei einem Bier, einem Grillfest, einem studentischen Philosophieschwafelbalkonabend oder auf dem Kinderspielplatz zusammen saßen und sich dachten: „Hm, lass uns doch mal was Gutes für die Welt tun, womit wir gleichzeitig Geld verdienen können.“
Ich unterstelle natürlich ein gewisses Maß an Berechnung, schließlich ist Hamburg ein fruchtbarer Nährboden für alternative Ideen und ich kritisiere das auch überhaupt nicht. Manchmal heiligt der Zweck auch die Mittel. Nur: auf die Nerven geht es mir trotzdem.
Bionade
hat es mit der „bessere-Welt“ Werbekampagne vorgemacht. Bionade selbst kommt nicht aus Hamburg – die Kampagne schon. (Hamburger Agentur Kolle Rebbe) Die Bionade Spots und Plakate sind sehr witzig. Quidde ist natürlich sowieso mein Fall. Was viele nicht wissen – und was mir total natürlich erscheint – auch wenn die BIONADE Brauerei wo ganz anders ist, nahm die Bionade-Erfolgsstory (rührend-lesenswert!) ausgerechnet in Hamburg ihren Anfang. 2008 hat sich Bionade dafür sogar bei den Hamburgern bedankt:
Schmitt Foxy Food,
ein Imbiss, der „der Wurst die Würde zurück gibt“, hat das dann folgendermaßen verpackt:
Wurst ist nicht gleich Wurst. Wenigsten nicht, wenn SCHMITT seinen Senf dazugibt. Dann bekommt die Wurst ihre Würde zurück. Beiß in die WuchtBrumme, zeig dem SchinkenGriller die Zähne, verputzt die legendäre TexasSchere. Und erkenne: Bei SCHMITT ist die Wurst das Ziel.
Fruit Rules Smoothies
setzt dem Ganzen noch einen drauf und verspricht gar eine entgiftende Wirkung und schreibt das „gute Gewissen“ mit auf die Liste der Inhaltsstoffe:
Fritz-Kola,
typisch Hamburgerisch gibt es auch noch: „Cola für Erwachsene„. Auch hier: Nettes, überzeugendes Konzept. Aber kann man auf sowas nicht verzichten, statt sich so selbstherrlich ins grünliche Rampenlicht zu setzen?
Unsere Getränke werden übrigens nur in Glasmehrwegflaschen hergestellt. Weil uns unsere Umwelt lieb ist, sind Plastikflaschen und Dosen bei uns nicht angesagt und wir verzichten komplett darauf.
Blablablubb. Die Melonenbrause von Fritz-Kola sieht laut der Macher „nicht nur porno aus„, sondern „schmecke auch so„. Was auch immer das bedeuten mag – die Übersetzer von neon wüssten’s vielleicht… Schließlich ist auch allen Anbietern das leicht anbiederndes, kumpelhaftes „Du“, das als Ansprache verwendet wird gemein – quasi NEONs Amtssprache.
Cola Rebell
Nun also rebellierende Cola. Mit Chilli drin. (Und mit ner schreienden Schrott-Homepage). Angeblich der „Wachmacher der Stadt“. Na gut. Schmeckt wirklich! Und ich hab nur die Medium probiert…. Ohne künstliche Aromen, nicht so süß, dafür mit Ingwer und Chilli. Dass Chilli und Cola zusammen passen findet auch NutriCulinari – der die Cola schon auf der Internorga entdeckt hatte.
Also wieder eine genüssliche Berreicherung, die wir der Offenheit und den vielen Werbern, Medialen und Kreativen der Stadt zu verdanken haben, die für den Humus sorgen, in welchem solche exotischen Pflänzchen wachsen und gedeihen können. Und auch wenn ich persönlich die darum herum entstehende Ausdrucksweise, die als der Dünger – um im Bild zu bleiben – herhält, auch irgendwie nervig finde, so bin ich eben auch der Meinung, dass es wieder mal ein Grund ist, diese Stadt, Hamburg zu lieben.
Denn es wäre sehr schade, wenn es so ein großartiges Getränk, wie die Bionade Quitte und den dazugehörenden, großartigen Werbespot nicht gäbe:
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Nun, der Quitten-Spot ist echt klasse. Kannte ich noch nicht.
Aber der Werbetext von Schmitt-Wurst ist wirklich grandios!
Auf jeden Fall: Beobachte bitte die Getränke-Entwicklung Hamburgs weiter. Köstlich.
Kommentar von Marki vom Spielplatz Hamburg 27. Juli 2009 @ 12:44Danke für diese kleine Analyse!
Kommentar von annaisolde 27. Juli 2009 @ 17:00Marki, schön Dich mal wieder zu lesen. Den Schmitttext findest Du grandios?? hm. Ja vielleicht. Vielleicht ist er das. Aber er nervt.
Kommentar von Qu 27. Juli 2009 @ 20:09
Kommentar von Qu 27. Juli 2009 @ 20:10