Quiddje


HVV Fahrkarten
4. März 2009, 22:29
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So. Es ist März und ich bin meine HVV Karte los. Und seit ich sie nimmer habe, fahre ich s-t-ä-n-d-i-g mit der Bahn. Auch wenn die S-Bahn 2008 wohl zu oft zu spät gekommen ist, tut das meiner Zufriedenheit keinen Abbruch. Ich stamme aus einem Tel der Erde, wo der Bus für 20 km 1 Stunde und 10 Minuten braucht, weil er in Flecken hält, in denen es keine Telefonzelle gibt, um jeweils einen Fahrgast einzuladen. An Haltestellen, die “Sailach – Feuerwehrteich” oder “Unterschepfachdumratsdingensort – an der mittelsteinbacher Ecke” heißen.

Wer auf dem Land kein Auto hat ist bekanntlich aufgeschmissen. Meine erste U-/ oder S-Bahn habe ich wahrscheinlich mit ca. 17 beim Klassenausflug zu Körperwelten gesehen; die Heimfahrt mit dem Zug dauert von Hamburg nach Würzburg 3 Stunden und dann für die letzen 100km nochmal drei… Es ist kein Wunder, dass ich hellauf begeistert bin, wenn alle 4 Minuten eine Bahn vor meiner Nase hält, ziemlich egal, an welcher Haltestelle ich mich befinde. Darum liebe ich HVV (auch im Vergleich zu München, wo sie noch diese altertümlichen Abstempel Strip-Karten haben, obwohl der Netzplan geradezu niedlich wirkt – genauso wie in Stuttgart natürlich auch.)

Und ich mag die Hamburger Bahn. Ich finde, dass in Hamburg

a) ein großartig einfaches Netz existiert
b) ein großartig einfaches Bezahlsystem besteht
c) sogar Orientierungsdeppen wie ich, beim Bahnfahren eine Chance haben

Und so funktioniert es:

  1. Zielort in der Übersicht suchen.
  2. Entsprechende Taste drücken.
  3. Bezahlen.

Kein nerviges Rumgerechne, wieviele Stationen, von wo bis wo, welche Zeitzonen oder welches Verkehrsmittel. Das ist normal? Mag sein. Für mich ist es Luxus.

Man muss nicht mal wissen, wo man sich befindet. Man muss nicht wirklich wissen, wie die ganzen Endstationen heißen – meist reicht es, sich an “Dammtor” zu orientieren (das heisst: Stadt). Die komischen Namen liegen immer außerhalb (Stellingen, Poppenbüttel, Harburg).  Das sind dann die Orte, an denen man aufwacht, wenn die Bahn Sonntag morgens um 5:30 an ihrer Endstation angekommen ist…

Ab 2014 kommt dann noch eine Straßenbahn ins Repertoire. Mit denen habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Dauernd diese Angst, im nächsten Moment überfahren zu werden… Aber vielleicht wird’s auch ganz nett.

Nützliches:

HVV-Persönlicher Fahrplan
Fahrkarten Online Shop
Netzplan (500kb)
Aktuelle Fahrplanabweichungen



Wohnungssuche

10 Dinge, die ich an Dir hasse, Hamburg:

2. Wohnungssuche!

Assessment Center
Man könnte es in Hamburg natürlich auch “assessment center” nennen… Erst erschwert einem die nichtvorhandene Stadtteilkarte, die Auswahl des geeigneten Stadtteils und dann stellt sich heraus, dass es in Hamburg unmöglich ist, eine Wohnung zu finden, wenn man nicht gerade ein kinderloses Paar Mitte 40 in gehobener Position ohne Haustiere ist.

Naiv & Verzweifelt
Wer durch Hamburg läuft findet an allen Ecken und Enden und vorallem an Laternenpfählen, Straßenlampen und Ampeln jene aus Verzweiflung geschriebenen Zettel – mal in Klarsichtfolie, mal laminiert, mal einfach so – die von der großen Wohnungsnot in Hamburg zeugen. Und von der Naiivität der Zettelschreiber: Da wird schon mal eine “Altbauwohnung mit Dielenboden, Balkon, frisch renoviert in Eimsbüttel oder auf Pauli” gesucht, “2-3 Zimmer für junges Päärchen mit kommendem Nachwuchs” für “maximal 650 Euro kalt”. “Kein Nachtspeicher”.

Nachtspeicher & Courtage
Überhaupt war “Nachtspeicher” eines der ersten Hamburger Worte, die ich gelernt habe. Lernen musste. Zusammen mit “Hamburger Mietvertrag”, “Elternbürgschaft” und leider – und vorallem – “Courtage”. Gegen die hilft in der Regel auch kein Zettel an der Ampel und zwar auch dann nicht, wenn dort eine großzügie Vermittlungsbelohnung  von 100 Euro oder so angeboten wird. Courtage, das sind üblicherweise zwei Monatsmieten (kalt), die man quasi zum Fenster raus wirft.

Courtage, das ist eine Gebühr, die man normalerweise an Makler entrichtet, die einem erfolgreich eine Wohnung vermittelt haben. Im Fall Hamburgs, ist es sowas wie ne Gebühr, die jeder zahlen muss, der ne Wohnung mieten darf und zwar an den Makler, der halt zufällig die Wohnung unter seinen Fittichen hatte. Dienstleistung erhält man von dem Makler keine. Man sieht ihn einmal, genau 30 Sekunden lang, wenn man, eingequetscht zwischen Mitbewerbern, an ihm vorbeigeschoben wird und er gerade – auf dem Küchenpantry sitzend – mit der Vormieterin plaudert, die ihre 25qm Erdgeschoss Wohnung in der Holstenstraße – “Ne, laut isses hier nicht, die Fenster sind echt superneu!” – für einen Wohnungsbesichtigungsgangbang zur Verfügung gestellt hat.
Danach sieht man den Makler nie wieder. Alles weitere läuft per Mail, Fax (jaha, Fax isn’t dead!) oder Post. Der Phantommakler setzt einen noch von seiner Kontonummer in Kenntnis und das war es dann, wofür er die Kohle einstreicht.

Unfair?
Wohnungen unter 400 Euro
Studentenwohnbörse der Uni

Immonet

Immobilienscout 24
ProWohnen.de
(1 2 3)

4 Tipps:
Und natürlich meine vier ultimativen Tipps, zur schnellen Wohnungsfindung in Hamburg auf der nächsten Seite…

(weiterlesen…)



Mission Impossible: Stadtteilkarte Hamburg
23. Januar 2009, 16:54
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Eigentlich wollte ich rückwirkend einen Eintrag zum Thema Wohnunssuche schreiben. Diese Retrospektive muss aber noch warten. Denn bei der Suche nach besonders nützlichen und besonders nutzlosen Links, die mich während der Wohnungsodyssee begleitet haben, bin ich wieder auf mein altes Problem von damals gestoßen:

ES EXISTIERT KEINE VERNÜNFTIGE STADTTEILKARTE HAMBURGS!

Und bevor jetzt jeder seinen eigenen kleinen Link rauskramt definiere ich erst mal “vernünftig”. Vernünftig wäre eine Stadtteilkarte Hamburgs nämlich erst, wenn sie nicht nur alle Stadtteile zeigen würde, sondern – und jetzt kommt’s – auch Straßen drin zu erkennen wären! Ohne letztere bringt sie einem Neu-Zugezogenen nämlich herzlich wenig.

Und google hat sowas nicht? Nö. Google hat sowas nicht. Da kann man zwar toll drauf sehen, wie die Stadtteile heißen und deren Mittelpunkt erahnen, wenn man ihn googelt, aber mehr auch nicht. So wie hier, der Mittelpunkt Altonas auf dem Grund der Elbe.

http://maps.google.de/

copywright: http://maps.google.de/

Recht weit verbreitet im Netz ist diese Stadtteilkarte (hier bei pro-wohnen.de),

pro-wohnen.de

pro-wohnen.de

mal besonders sinnlos ohne anklicken (Stadtteilkarte bei hamburg.de)  und mal mit – so genau erahnen, wohin einen der Link führt, kann man selten. Im Fall von pro-wohnen zu einer Beschreibung der Stadtteile.

Und überhaupt: “Stadtteile”, die dann zufällig immernoch genauso heißen, wie die Bezirke. Bis man das mal raushat, dass “Altona” nicht gleich “Altona” und “Eimsbüttel” schon gleich gar nicht gleich “Eimsbüttel” ist, ist man eine ganze Weile auf wikipedia beschäftigt. Eine Übersicht der 5 Bezirke und aller ihrer Stadtteile gibt es auf hamburg.de/stadtteile.

Diese haben sich letztes Jahr zu allem Übel auch noch verändert. Beim Spaziergang durch Schanze und Karoviertel und einer kleinen spontanen Befragung von Anwohnern und Ladenbesitzern, wussten selbst diese teils nicht richtig, zu wem oder was sie denn nun eigentlich gehörten. Der kleinste Stadtteil der Welt sorgt jedenfalls für Diskussionsstoff.

(weiterlesen…)



Einwohnermeldeamt Hamburg
9. Januar 2009, 20:33
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Anmelden in Hamburg

Mein erster offiziell und amtlich beglaubigter Schritt in der neuen Heimat: Der Gang zum Einwohnermeldeamt. Habe ich lange genug vor mir hergeschoben, dabei war es im Endeffekt wesentlich harmloser als erwartet. Das zuständige Amt, Adresse und Öffnungzeiten und was man alles mitbringen muss, lässt sich mit dem Behördenfinder der Stadt ziemlich leicht herausfinden. (Dabei habe ich auch rausgefunden, dass ich jetzt in einem “mondänen Stadtteil im Herzen der Metropole” lebe…)
Der Besuch des Bezirksamts Eimsbüttel lohnt sich aber allemal. Schließlich ist das Amt in den berühmten, denkmalgeschützten Grindelhochhäusern untergebracht und Paternoster war ich bis dato auch noch nicht gefahren.

Aber zurück zum Anmelden: Personalausweis, 6 Euro, einen Stift und ein wenig Geduld mitbringen. Das Anmeldeformular gibt es im Vorzimmer des 1. Stocks und es bleibt genug Zeit, es auch dort es auszufüllen. Die MitarbeiterInnen hab ich als äußerst freundlich empfunden, ist man mal im Büro geht das Ganze auch zack zack. Keine Schimpfe, weil ich ungefähr 2 Monate zu spät dran war (eigentlich ist man VERPFLICHTET, sich innerhalb der ersten Woche nach Umzug anzumelden), keine Diskriminierung wegen meines Dialekts und sogar beim Rausfinden meiner neuen Postleitzahl wurde mir freundlichst geholfen. Außerdem hat mir die nette Dame noch erklärt, wie das mit der alten und der neuen Lohnsteuerkarte funktioniert. Die muss man nämlich nicht extra ummelden, sondern die Gehälter des laufenden Jahres werden noch in der alten Gemeinde abgerechnet. Ab nächstem Jahr dann eine Lohnsteuerkarte aus Hamburg.

Jetzt hab ich also meinen Aufkleber auf dem Perso. Zum ersten mal. Und darf in Baden-Württemberg nicht mehr wählen… Naja, meine Stimme wird hier ohnehin sinnvoller sein, nehme ich an :-) Und jetzt bin ich natürlich gespannt, wann die GEZ an der Tür klingelt.

Adresse:    Grindelberg 66, 20144 Hamburg
Telefon:    (0 40) 42801 – 0
Fax:    (0 40) 42801 – 3499
Mail: Kundenzentrum@eimsbuettel.hamburg.de
Webwww.hamburg.de/eimsbuettel/
Karte: Bezirksamt Eimsbüttel

Öffnungszeiten
Mo. 8.00 – 15.00 Uhr
Di. 7.00 – 14.00 Uhr
Mi. 8.00 – 14.00 Uhr
Do. 12.00 – 18.00 Uhr
Fr. geschlossen

Bezirksamt bei Nacht

Besonderheiten:

Grindelhochäuser:

Grindelhochhäuser Grindelhochhäuser Grindelhochhäuser Grindelhochhäuser

Paternoster:

Liste aller Paternosteraufzüge Deutschlands

Das Paternosterfahren jedenfalls war sehr amüsant. Ich kam mir etwas vor, wie in einem Adventskalender – für jeden Stock ging ein neues Amtskalendertürchen auf. Und irgendwie hatte tatsächlich jedes Amt bzw. jede Abteilung ihren eigenen Style. Mal eher hell und freundlich, mal eher klinisch steril.

So beim 10. Stock fährt man dann an einem Schild vorbei, auf dem steht, dass die Weiterfahrt ungefährlich sei. Ist aber trotzdem kurz unheimlich, rumpelt, rattert und … man steht nicht Kopf. Einfach nur nach links geschoben und wieder abwärts. Irgendwie desillusionierend. Unten natürlich dasselbe. Die düsteren Wendekreise wurden von zahlreichen Besuchern als Werbefläche verwendet. Neben Graffiti ist mir besonders ein “Porn No” Aufkleber von der EMMA aufgefallen. Frage mich, ob der seine Zielgruppe dort erreicht?!

Auch nicht besonders toll: Behinderten Menschen ist das Mitfahren (aus guten Gründen natürlich) nicht gestattet. Das Anti-Behindertenschild am Aufzug finde ich trotzdem ziemlich daneben. Und apropos Schild: Was bloß ist mit dieser krabbelnden Person gemeint?

Seltsame Zeichen



Quiddje Hamburg
3. Dezember 2008, 11:37
Abgelegt unter: niederlassen

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